Beinkleider – Hosen für Frauen und Krinoline

Als das weibliche Beinkleid sich durchsetzt, weckt offensichtlich auch dieser Begriff allzu starke Assioziationen an das, was es zentral bedeckt. So werden sie überall in Europa zu den Unaussprechlichen. Zunächst dürfen kleine Mädchen sie tragen, um sich beim Spielen in den öffentlichen Parks freier bewegen zu können. Ihre Unaussprechlichen sind knöchellang, am Saum gerüscht oder bestickt und in der Taille mit einem Band zusammengehalten. Weil ihr Schnitt dem der französischen Männerhosen so ähnlich ist, werden sie Pantalons genannt. Als die Krinoline kommt und allzuviel Bein freigibt beim Treppen, werden sie endlich selbst von den härtesten Moralisten auch für die Frauen gefordert. Die Frauen vereinnahmen das Beinkleid – ohne krank zu werden. Später schrumpft es sogar auf Oberschenkel-Länge. Seide, Wolle und Leinen sowie Batist und Mousseline sind die meistverwandten Materialien, statt Weiss kommt Farbe auf. Da nun sie ganz genau inspizieren wollen, werden Beinkleider zunehmend mit allerhand Spitzen, Rüschen und Stickereien verziert. Es lebe die Reizwäsche.

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