Das kleine Schwarze

Seit Coco Chanel in den 20er Jahren das kleine Schwarze entwirft, taucht es in jedem Jahrzeht wieder auf. Es hat Bestand, da es von Beginn an ausserhalb der Konventionen stand. Es ahmt die anonymen und schlichten Uniformen der Ladenmädchen und Kellnerinnen nach und hatte einen Arme-Mädchen-Schick, der problemlos zu Cocktails und weißen Handschuhen passt wie später T-Shirts.

Das kleine Schwarze hat etwas von dem, was Balzac »den Luxus des Einfachen« nennt. Die Zeitschrift Vogue nennt es Chanels »Ford«, ein nützliches Requisit des mechanischen Zeitalters. Laut Paul Poiret ließ es Frauen wie »kleine, unterernährte Telegrafistinnen aussehen. In jüngerer Zeit bekam es durch hautenge Stretchstoffe eine sinnliche Note.

Schwarz ist der Garant seines Erfolges: Die einzige wahrhaft grundlegende Farbe wirkt zugleich förmlich und leger, rückt das Gesicht in den Mittelpunkt macht den Körper schlanker und verbirgt Mängel der Verarbeitung.

Dieser Beitrag wurde unter mode-trends abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.