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Pretty Woman, Basic Instinct und Reizwäsche

Inzwischen ist das Thema Prostitution zum verklärenden Filmmärchen wie „Pretty Woman" verkommen, oder man spinnt die erotischen Geschichten subtiler. Paradebeispiele dafür: „Basic Instinct" und „9 1/2 Wochen". Das eine ein Krimi, das andere eine Beziehungskiste. Aber laut Filmwerbung und Medienrummel geht es eigentlich nur um das eine.

Die Reizwäsche spielt bei beiden Filmen in der Tat eine anregende Rolle. In der hörigen Abhängigkeit der jungen Elisabeth von ihrem neuen Freund wird ein Unterkleid zum hocherotischen Utensil. Wenn Kim Basinger sich dessen zu Joe Cockers „You can leave your hat on" überaus gekonnt entledigt, verstummt das Popcorngeraschel ehrfürchtig. Bei „Basic Instinct" spielt Sharon Stone selbst die Hosenrolle, indem sie gleich auf den Slip verzichtet und die männliche Vorfreude damit ins schier Unermeßliche steigert. Die weibliche Zuschauerin kommt da bei Michael Douglas Quick-Strip weniger auf ihre Kosten. Aber der Film machte ja auch wegen der Sexszenen und nicht wegen der Wäscheszenen Filmgeschichte. Interessant, daß beide Filme aus dem so prüden Amerika kommen. „Bei Fernsehserien drehen die Amerikaner immer noch häufig doppelt, eine freizügigere süd- und eine brave nordamerikanische Version. 

Heute noch gehen amerikanische Schauspielerinnen nicht ohne BH", erklärt die Kostümdesignerin. Es sei denn, die Szene verlangt anderes.

Befriedigung bringen auch sozialkritische Filme dem cineastischen Voyeur. Denn auch, wo es wie bei „Wilde Betten" um den Triumph von vier Frauen über das starke Geschlecht geht, bietet die Umsetzung doch erst einmal viele Bilder aus dem Stoff, aus dem männliche Träume sind.